In der Welt der Lüftungshygiene gibt es eine gefährliche Annahme: Wenn man den Schmutz nicht sieht, ist er nicht da. Tatsächlich sind die gefährlichsten Bereiche eines Lüftungsnetzes – die Klappen, die Umlenkungen und die Schalldämpfer – oft „Black Boxes“, die nie für eine Zugänglichkeit konzipiert wurden.
Dies führt zum Access-Panel-Paradox: Ein Facility Manager bezahlt für eine „vollständige Systemreinigung“, aber weil das Kanalsystem keine geeigneten Revisionsöffnungen besitzt, bleiben die kritischsten Brand- und Gesundheitsrisiken unberührt.
Während Küchenabluftsysteme berüchtigt für Fettbrände sind, birgt die Komfortlüftung in Büros, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ein anderes – aber ebenso ernstzunehmendes – Risiko.
In Küchen-Absaugsystemen oder industriellen Lüftungsanlagen entstehen Brände nicht in den leicht zugänglichen Hauben, sondern in vertikalen Schächten und horizontalen Leitungsabschnitten, in denen sich Fett und Staub über Jahre „eingebrannt“ haben. Ohne ein strategisch geplantes Netzwerk von feuerbeständigen Revisionsöffnungen werden diese Bereiche zu unzugänglichen „Brennstofflagern“.
In solchen Umgebungen sammeln sich Flusen, Textilfasern und trockene Partikel an. Im Falle eines lokalen Brandes (z. B. durch einen elektrischen Defekt) wirkt dieser Staub wie eine Hochgeschwindigkeitszündschnur. Das Feuer kann Brandschutzklappen umgehen und sich über die Deckenhohlräume im gesamten Gebäude ausbreiten.
In Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern werden diese „unzugänglichen“ Abschnitte zu stagnierenden Reservoirs für Pilzsporen und Bakterien – mit direkten Auswirkungen auf die Patientensicherheit und -gesundheit.
Um die Lücke zwischen „nicht zugänglich“ und „vollständig konform“ zu schließen, ist die Norm EN 12097 (Lüftung von Gebäuden – Anforderungen an Komponenten des Luftleitungssystems zur Erleichterung der Instandhaltung) maßgebend.
Diese Norm bildet die Grundlage für Systemzugänglichkeit. Sie definiert, dass ein System nur dann wartbar ist, wenn strategisch platzierte Zugänge vorhanden sind. EN 12097 enthält unter anderem folgende technische Anforderungen:
Trotz der Strenge von EN 12097 und der heutigen technischen Möglichkeiten moderner Lüftungshygiene-Systeme – die es erlauben, Systeme mit weniger Öffnungen zu reinigen als die Norm vorsieht – bleibt das Grundprinzip bestehen: 100 % Zugänglichkeit ist essenziell für ein ausreichendes Maß an Systemsauberkeit.
Nach einem Gebäudebrand erfolgt die forensische Analyse des Lüftungssystems nach einem binären Prinzip: Wurde das System gemäß den Normen EN 15780 und EN 12097 gewartet?
Versicherungen akzeptieren zunehmend nicht mehr die Ausrede: „Dieser Bereich war nicht zugänglich.“
Wenn ein Brandermittler feststellt, dass sich das Feuer durch einen Abschnitt des Kanalsystems ausgebreitet hat, der keine EN-12097-konforme Zugänglichkeit aufwies, kann argumentiert werden, dass das System „nicht wartbar“ war.
Wird ein System als nicht wartbar eingestuft, kann es faktisch als nicht versicherbar gelten. Ein „Reinigungszertifikat“ ist wertlos, wenn es nur 20 % des sichtbaren Kanalsystems abdeckt.
Tritt ein Brand ein und stellt die Untersuchung fest, dass der Ursprung in einem Kanalabschnitt lag, der aufgrund fehlender Zugänglichkeit nie gereinigt werden konnte, bewerten viele Versicherer dies als Vertragsverletzung. Die Folge? Eine abgelehnte Schadensregulierung und ein Totalverlust der Vermögenswerte.
Das Phänomen, bei dem HVAC-Kanäle als Brand- und Rauchausbreitungskanal fungieren – häufig als „Staubzündschnur“ bezeichnet – hat erhebliche und finanziell verheerende Folgen für Eigentümer, die eine Entschädigung beantragen. Wenn eine Untersuchung feststellt, dass das Kanalsystem die Ausbreitung von Feuer oder Rauch begünstigt hat, lehnen Versicherer in der Regel Ansprüche für Schäden in Gebäudebereichen ab, die nicht direkt der ursprüngliche Brandquelle entsprechen.
Die Einhaltung von EN 15780 (Sauberkeitsanforderungen) ist ohne die Einhaltung von EN 12097 (Zugänglichkeit) nicht möglich. Ob Sie ein stark frequentiertes Restaurant oder eine kritische Pflegeeinrichtung betreiben – Ihre Hygienestrategie sollte immer eine systematische Analyse Ihrer Zugangspunkte beinhalten.
Warten Sie nicht auf ein Brandgutachten, um festzustellen, dass Ihr System eine „Black Box“ ist. Stellen Sie sicher, dass Ihre Lüftungskanäle offen, zugänglich und wirklich sauber sind.
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